Bedauern

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Männer werden gerne (unauffällig) bedauert

In jedem Held steckt ganz verborgen auch ein verletzlicher kleiner Junge.

Und da alle Männer eigentlich Helden sind, steckt in allen Männern dieser kleine Junge, der sich nach einer starken Mutter sehnt, die ihn tröstet und bedauert.

Das ist ja auch eigentlich kaum verwunderlich, denn jedes Extrem braucht zum Ausgleich sein Gegenteil.

Je mehr Heldentum desto mehr Bedauern ist nötig, könnte man also daraus folgern. Als Faustregel stimmt das auch in etwa.

Diese Tatsache möchte natürlich kaum ein Mann gerne wahrhaben.

Denn eigentlich, aus der männlichen Sichtweise der Welt, sollten echte Männer stark, hart, dynamisch und so weiter sein, aber keineswegs verletzlich und bedauernswert.

Das ist ein schwieriger Konflikt, dem sich nur wenige Männer tapfer stellen können.

Diese wenigen Männer sind sich ihrer Männlichkeit meistens sehr bewusst und können es ganz offen geniessen, ausgiebig bedauert und bemuttert zu werden.

Die meisten Männer möchten den verletzlichen Aspekt ihres Wesens jedoch vor sich und anderen verstecken. Daher ist es deutlich schwieriger, sie so ausgiebig zu bedauern und zu bemuttern, wie es ihnen eigentlich gut tun würde.

Bei dem Bedauern geht es nicht einmal um ein spezielles Bedauern angesichts einer besonderen Notsituation.

Nein, schon der schnöde Alltag bietet genug Mühsal, um ausgiebig bedauert zu werden.

Die Tatsache, dass man arbeiten muss, oder gar, dass man keine Arbeit hat, der Ärger mit Chef, Kollegen und Untergebenen sind alles Ungemache, die der intensiven Bedauerung bedürfen.

Ebenso ein verlorenes Fussballspiel des Lieblingsvereins, dass ein Porsche so teuer ist, dass es erfolgreichere Männer gibt, dass man älter wird - alles Aspekte, die dem Mann das Leben schwer machen. Und es gibt noch zahllose andere Misslichkeiten in dieser Welt.

Daher kann man eigentlich getrost behaupten, dass ein Mann jederzeit und immer einen Bedarf an Bedauerung und Tröstung hat.

Dieser Bedauerungsbedarf kollidiert jedoch mit der Heldenhaftigkeit des Mannes.

Daher darf man als Frau nur die besonders selbstbewussten Männer direkt und deutlich bedauern.

Bei allen anderen Männern muss man als Frau das Bedauern mit ein wenig Heldenbewunderung tarnen. Das ist natürlich viel verlangt, aber in Ihrem eigenen Interesse dürfte Ihnen daran gelegen sein, dass es Ihrem Partner gut geht.

In fast jeder Hinsicht sind Männer einfach und direkt.

Aber in Hinblick auf das Bedauern sind nunmal etwas ambivalent und komplex. Das ist eigentlich ziemlich wenig, wenn man bedenkt, dass Frauen in fast jeder Hinsicht komplex sind.

Nun, wie macht man das, ausgiebiges Bedauern mit Heldenverehrung tarnen?

Eigentlich ist das ganz einfach:

Der Mann schimpft beispielsweise über seinen ungerechten Chef und erzählt, was er seinem Chef an den Kopf geworfen hat.

Dann könnte man als Frau nach angemessenem Zuhören beispielsweise sagen: "Dem hast du es aber ordentlich eingeschenkt - ganz schön mutig. Du hast es ja wirklich schwer mit deinem Chef."

Zuerst kommt die Bewunderung und dann das Bedauern.

Ein anderes Beispiel wäre vielleicht der klassische Krieger, der im siegreichen Kampf einige Blessuren davongetragen hat. Im Rahmen seiner medizinischen Behandlung lässt er sich durchaus gerne bedauern. An seinem Heldentum besteht ja schliesslich kein Zweifel.

Wohlgemerkt: Bewusst wollen die meisten Männer gar nicht bedauert werden, weil sie dann ja einen Zacken aus ihrer Krone verlieren. Die Sehnsucht nach Bedauerung ist bei diesen Männern eher unbewusst.

Das Wichtigste beim Bedauern ist jedoch, dass man es immer nur unter vier Augen tun sollte. Keinesfalls sollte man seinen Partner in Anwesenheit von anderen Männern bedauern. Denn das hätte einen unweigerlichen Absturz in der Rangordnung zur Folge.

Fazit:

Bedauern Sie Ihren Partner wann immer Sie den Eindruck haben, dass er Trost braucht.

Aber tun Sie das unauffällig und lassen Sie keinen Zweifel daran, dass Ihr Partner für Sie der Held ist und bleibt.

Wenn Sie erst einmal herausgefunden haben, wie Ihr Partner am liebsten bedauert wird, können Sie ihn regelmässig und ausgiebig bedauern und trösten. Er wird sich wohlfühlen und innerlich schnurren wie ein zufriedenes Kätzchen.

Umgekehrt:

In fast jeder Hinsicht sind Frauen kompliziert als Männer, aber was Trost und Bedauern angeht, sind sie deutlich einfacher gestrickt als Männer.

Ein paar Worte des Troste und des Bedauerns sind von Frauen eigentlich immer gerne gesehen.

Sie lassen sich auch gerne tröstend in den Arm nehmen.

Wenn Frauen oft genug getröstet werden, fühlen sie sich verstanden und geliebt - so einfach ist das.

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