Feuer

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Männer starren gerne ins Feuer

Nach einem langen und anstrengenden Tag bei der Jagd, liebten es die Steinzeitmänner für eine Weile in aller Ruhe ins Feuer zu starren.

Hin und wieder äusserten sie ein paar lautstarke Sätze beim männerinternen Palaver über die Ereignisse der Jagd. Aber ansonsten wollten sie vor allem ihre Ruhe haben und dem Feuer beim Flackern zuschauen.

In der modernen Zeit gibt es jedoch kaum noch Feuer, in die die Männer nach einem anstrengenden Tag starren können.

Stattdessen gibt - ja was wohl - den Fernseher.

Da sitzt er nun der moderne Mann und starrt scheinbar stumpfsinnig in die Glotze. Vielleicht beweist er diesem technischen Meisterwerk noch seine Dominanz dadurch, dass er mit der Fernbedienung von einem Kanal zum nächsten springt.

Hin und wieder entfährt ihm ein ärgerliches Grunzen oder sonstige Laute der Billigung oder des Missfallens.

Doch wehe man fragt den Mann etwas, während er in den Fernseher starrt.

Dann kann er ziemlich ungehalten werden, weil er sich massiv gestört fühlt.

Als Frau würde man eigentlich glauben, dass der Mann vor dem Fernseher nur gelangweilt rumsitzt. Darum kommt man ja überhaupt auf die Idee, ihn anzusprechen, weil er ja offenbar nichts Interessantes tut.

Damit befindet man sich als Frau aber im Irrtum.

Das Ins-Feuer-Starren des Mannes ist für ihn eine wichtige Angelegenheit.

Er braucht das offenbar, um seine Eindrücke zu verarbeiten und sich innerlich zu ordnen.

Vielleicht kann man es mit dem Schlafbedürfnis vergleichen, denn auch der Schlaf wird ja gebraucht, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Natürlich schläft der Mann nicht beim Starren in den Fernseher, ausser manchmal, aber er sammelt und regeneriert sich.

Wenn der Mann genug in den Fernseher gestarrt hat, wird er im Allgemeinen irgendwie zu erkennen geben, dass er wieder ansprechbar ist.

Wie das im Detail aussieht, ist von Mann zu Mann ganz unterschiedlich. Vielleicht steht er auf, vielleicht beginnt er ein Gespräch.

Die typischen Signale des einzelnen Mannes, wann er genug Ruhe beim Fernseher-Starren hatte, kann man durch Beobachtung meistens relativ leicht herausfinden.

Erst dann sollte man als Frau den Mann mit wichtigen Themen ansprechen.

Schwierig ist es nur, wenn der Mann bis kurz vor dem Schlafengehen ungestört in den Fernseher starren möchte. Wenn das oft der Fall ist, sollte man sich bei passender Gelegenheit auf eine generelle Handhabung einigen.

Wichtig ist auch, dass man als Frau weiss, dass eventuelle Äusserungen des Mannes, beispielsweise zum Inhalt des Fernsehprogrammes, noch lange keine Aufforderung sind, dass sich der Mann jetzt mit der Frau unterhalten will.

Ganz im Gegenteil: Meistens will der Mann nicht einmal die Kommentare der Frau zu dem Fernsehprogramm hören. Es kann sogar passieren, dass er sie heftig anfährt, wenn sie Bemerkungen über die Sendungen macht. Schliesslich will der Mann beim Feuer-Starren innerlich zur Ruhe kommen. Dabei kann ein eigener gegrunzter Kommentar helfen, Äusserungen seiner Frau aber lenken ihn ab.

Natürlich starren nicht alle Männer in Fernseher. Manche starren auch in Bücher, in Computer, andere in Aquarien und wieder andere einfach in die Landschaft. Hauptsache man kann in aller Gemütsruhe reinstarren.

Als Faustregel kann man sich als Frau merken, dass ein Mann, der frisch von der Arbeit nach Hause kommt, vor oder nach einem Abendessen mindestens eine halbe Stunde Feuerstarren muss - mindestens.

Diese Phase ist das Minimum, das der Mann braucht, um zu sich zu kommen.

Erst dann ist Zeit, um von eigenen Erlebnissen zu reden, von den Sorgen der Kinder, von wichtigen Entscheidungen und was es sonst noch alles zu besprechen gibt.

Wenn man als Frau seinen Partner gleich nach dem Heimkommen mit seinen Berichten überfällt, ist das fast so als würde man ihm Gewalt antun. Es ist eine Form der geistigen Verletzung. Daher leidet die Beziehung meistens auch erheblich, wenn der Mann oft auf seine ungestörte Feuerstarr-Zeit verzichten muss.

Fazit:

Geben Sie Ihrem Partner genügend Zeit, um in aller Ruhe in sein persönliches Feuer zu starren.

Sprechen Sie ihn in dieser Zeit am besten gar nicht an.

Warten Sie ab, bis der Mann genügend ins Feuer gestarrt hat, und kommen Sie dann erst auf wichtige Themen zu sprechen.

Wenn Ihnen nicht klar ist, wann die Feuerstarr-Zeit vorbei ist oder wenn diese Phase fast täglich bis zum Schlafengehen dauert, besprechen Sie die Situation mit ihrem Partner, selbst wenn ihm diese Besprechung unangenehm ist (Siehe: Beziehungsgespräche).

Umgekehrt:

Wenn Frauen nach Hause kommen, wollen sie häufig in aller Ausführlichkeit von ihren Erlebnissen berichten, bevor sie irgendetwas anders unternehmen oder sich ausruhen wollen.

Um dieses dringende Bedürfnis zu stillen, ist es sehr hilfreich, wenn man die Frau erst mal alles berichten lässt, was ihr auf dem Herzen liegt.

Schwierig wird es natürlich, wenn beide Partner gleichzeitig von der Arbeit kommen und einer der beiden ungestört ins Feuer starren und die andere ausführlich berichten will.

In diesem Fall muss man sich darauf einigen, wie man mit der Situation umgeht.

Beim Fernsehen hängt es von der jeweiligen Sendung und der Stimmung ab, ob eine Frau dabei gerne spricht oder nicht. Manchmal möchte sie gerne einzelne Szenen kommentieren und darüber mit ihrem Partner sprechen. Ein ander Mal möchte sie vielleicht gerne konzentriert alles verfolgen. Und manchmal möchte sie vielleicht auch in den Fernseher starren, um sich zu entspannen.

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