Laute

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Männer machen gerne unanständige Laute

Wer kennt das nicht? Rülpsende, schnalzende und pfeifende Männer, die sich umso mehr freuen, je unanständiger ihre Laute wirken.

Dieses Phänomen trifft man besonders häufig bei jungen oder eher unkultivierten Männern an und in verstärktem Maße, wenn Männer unter sich sind.

Kultiviertere Männer bemühen sich meistens, ohne allzu derbe Laute auszukommen, aber selbst bei ihnen gelingt das nicht immer.

Als Ersatz für die unanständigen Laute muss dann oft genug ein beliebtes Zitat von Martin Luther herhalten: "Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?"

Das sagt der gebildete Mann dann zum Trost, weil er sich nicht traut zu "furzen und zu rülpsen", denn anders als zu Luthers Zeiten gelten solche Laute inzwischen als äusserst unfein.

Aber warum machen Männer solche Laute gern?

Auch hier finden wir die Wurzel dieses Verhaltens wieder in der Steinzeit.

Bei der Jagd ist es nämlich sehr hilfreich, wenn man Tierstimmen täuschend echt nachmachen kann.

Die Bildung von nichtsprachlichen Tönen war früher also ein wichtiges Kriterium für Jagderfolg oder Misserfolg.

Um die Tierstimmen nachmachen zu können, muss man seine Sprachwerkzeuge vielfältig trainieren und dazu gehören alle Arten von Lauten.

Es gibt übrigens auch heutzutage erheblich mehr männliche Stimmenkünstler als weibliche. Statt auf der Jagd wird diese Fähigkeit dann auf der Bühne genutzt.

Ein besonders eindrucksvolles Überbleibsel der Tierstimmennachahmung zu Jagdzwecken ist die Tradition der Hirschrufer, bei der ein röhrender Hirsch nachgeahmt wird. In dieser Disziplin gibt es auch deutsche und europäische Meisterschaften. Die Meister des Hirschrufens widmen dieser röhrenden Kunst einen grossen Teil ihres Lebens und trainieren regelmässig möglichst hirschähnliche Töne auszustossen, nicht unbedingt zur Freude ihrer Ehefrauen.

Vom Jungenalter bis zum ausgewachsenen Mann muss man früher und heute mit Kehle, Mund und Zunge alles trainieren, was an Lauten möglich scheint. Da sind solche von selbst entstehenden Plop-Laute wie das Rülpsen natürlich sehr faszinierend und wollen verfeinert werden.

Hinzu kommt noch, dass Männer sich mit der Intensität ihrer Laute messen können und Vergleiche untereinander spielen ja eine sehr wichtige Rolle im Leben von Männern.

Heutzutage kommt wohl noch die entsetzte Reaktion der Umwelt als Anreiz hinzu.

Schon die eigene Mutter reagiert häufig mit Entsetzen, aber auch mit ungeteilter Aufmerksamkeit, wenn der kleine Junge unanständige Töne macht.

In der Schule kann man die Lehrer so richtig damit ärgern, was enormen Respekt von seiten der Mitschüler einbringt.

Und die jungen Mädchen sind später angemessen schockiert, wenn die jungen Männer laute, unanständige Töne zum Besten geben. Diese Töne wirken zwar nicht anziehend (was vielen Männern wohl gar nicht so bewusst ist), aber sie sichern wenigstens die Aufmerksamkeit.

So kommt es, dass sich die derben Laute bis heute so erfolgreich halten konnten.

Fazit:

Akzeptieren Sie am besten, dass unanständige Töne für Männer normal sind. Sie stecken tief in ihren Genen und wurden in der Jugend noch intensiviert.

Wenn Sie sich durch die Geräusche Ihres Partners gestört fühlen, erklären Sie ihm, dass Sie die Laute nicht so toll finden, wie er. Wahrscheinlich ist er sich der abstossenden Wirkung der unanständigen Laute gar nicht richtig bewusst, er weiss bestenfalls, dass sie "verboten" sind, was sie ja noch verlockender macht.

Ob es gelingen kann, dass sich ein Mann die unanständigen Laute abgewöhnt, ist fraglich. Nur bei wenigen Männern mit starker Selbstkontrolle mag das gelingen.

Am besten bemerken Sie als Frau schon in der Kennenlernphase, ob der jeweilige Mann stark zu unanständigen Lauten neigt oder nicht. Eine diesbezügliche Umerziehung ist sehr schwer bis aussichtslos.

Umgekehrt:

Frauen machen im Allgemeinen von selbst eher selten unanständige Laute und wenn, dann eher aus Versehen als mit sportlichem Ehrgeiz.

Aber Frauen neigen beispielsweise zum Kichern.

Kichern gehört ganz stark zum natürlichen Wesen sehr vieler Frauen.

Wenn Sie als Mann sich vor dem Kichern grausen und versuchen, es ihrer Partnerin abzugewöhnen, dann erreichen Sie bestenfalls, dass Ihre Partnerin starr und unlebendig wird.

Wenn Sie eine freudlose Schaufensterpuppe als Partnerin haben wollen, mag das zumindest für Sie in Ordnung sein. Nicht aber für Ihre Partnerin.

Denn für die Partnerin bedeutet Kichern ein Lebensfreude und ausserdem die Fähigkeit reflexartig zu geniessen. Auch ihre Fähigkeit, in trauter Zweisamkeit ihre Anspannungen loszulassen würde von einem Kicherverbot negativ beeinträchtigt werden.

Daher: am besten lernen Sie zu akzeptieren, dass Kichern ein Stück Lebendigkeit für Frauen bedeutet.

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