Reden

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Männer reden eher wenig

Im Vergleich zu Frauen sind Männer regelrecht schweigsam.

Die tägliche Anzahl Wörter liegt bei Männern im Durchschnitt bei etwa 3000 Wörtern und bei Frauen liegt die durchschnittliche Anzahl Wörter etwa bei 7000 Wörtern. Ergibt eine Differenz von 4000 Wörtern, was mehr ist als der durchschnittliche Mann am Tag spricht. Frauen sind also mehr als doppelt so wortgewaltig wie Männer.

Auch dieser Unterschied in der Anzahl der täglichen Wörter lässt sich aus der Lebensweise unserer Vorväter erklären.

Männer verbrachten in der Steinzeit einen Grossteil ihrer Zeit auf der Jagd. Sie mussten in der Lage sein, über lange Zeiträume still zu sein, denn mit Gesprächen hätten sie das Wild verscheucht.

Reden war höchstens bei der Planung der Jagdzüge nötig, oder um anschliessend mit den Jagderlebnissen zu prahlen.

Frauen hingegen verbrachten die meiste Zeit zusammen mit anderen Frauen in der Höhle oder beim Beerensammeln. In der Höhle dienten ausgiebige Gespräche dem sozialen Zusammenhalt der Frauengruppe und unterwegs ausserdem dazu, um Tiere rechtzeitig zu verscheuchen. Denn wenn Schlangen oder anderes Getier schon vorzeitig davongelaufen war, bestand keine Gefahr, dass man drauftritt und gebissen wird.

So hat sich der Mensch dahingehend entwickelt, dass Männer im Allgemeinen sehr viel schweigsamer sind als Frauen.

Wenn Männer untereinander reden, führen sie natürlich gerne das Wort und auch in gemischten Gruppen lassen sie Frauen nur ungern zu Wort kommen.

Aber wenn man die Gesamtzahl der täglichen Wörter zählt, schaffen Frauen erheblich mehr davon.

Bei der früheren Lebensweise in Stämmen war diese Tatsache kein Problem, denn die jagenden Männer schwiegen zusammen und die sammelnden Frauen redeten miteinander.

Aber heutzutage leben Menschen ja gerne paarweise zusammen, ohne grosse Gemeinschaft in der gleichen Höhle.

Der Mann "verbraucht" seine täglichen Worte oft schon bei der Arbeit, am Telefon, mit dem Chef, mit den Mitarbeitern, im Meeting.

Und die Frau hat abends oft noch 4000 ungesagte Worte übrig, die sie gerne loswerden will. Noch schlimmer ist es, wenn sie eine Hausfrau ist, am allerschlimmsten eine Hausfrau ohne Kinder, denn dann hat die Frau am abend noch fast ihre ganzen 7000 Wörter übrig. Wenn die Frau ihre überschüssigen Worte häufig nicht loswird, bekommt sie eine Art inneren Wortstau, eine sehr unangenehme Symptomatik.

Wenn diese überschüssigen 4000 Worte aber alle an den Mann geredet werden, kann das für den Mann eine sehr unangenehme Symptomatik bedeuten. Der Mann fühlt sich von den vielen Worten dann völlig überrannt.

In dieser Situation sagt er vielleicht unerfreuliche Dinge, die er in einem entspannten Moment nicht so sagen würde. Der überbordende Wortschwall einer Frau kann nämlich wie ein Angriff empfunden werden und der Mann versucht sich dann gegen den Angriff zu verteidigen.

Erschwerend kommt bei dieser Situation noch hinzu, dass der Mann seine eher wenigen Worte bevorzugt verbraucht, um unter Männern die Hierarchie zu klären oder um gemeinsam mit ihnen über die Welt zu schimpfen.

Gespräche mit ihrer Partnerin über die Erlebnisse des Tages oder gar Beziehungsgespräche kommen beim Gesprächsbedarf der meisten Männer kaum vor.

Es ist also ganz normal, wenn ein Mann wortkarg wirkt und wenn man als Frau Probleme hat, alles mit ihm zu besprechen, was ihr besprechenswert erscheint.

Die Wortarmut des Mannes ist keineswegs ein Zeichen von mangelnder Liebe - nicht im geringsten.

Es ist schlichtweg ganz normal für einen Mann, dass er mit seiner Partnerin nicht viel zu reden hat.

Fazit:

Nehmen Sie Ihrem Partner nicht übel, wenn er wortkarg ist. Es liegt in seiner Natur und hat nichts mit fehlender Liebe zu tun.

Wenn Sie als Frau unter Wortstau leiden, weil ihr Partner nicht soviel mit ihnen reden will wie Sie, dann suchen Sie nach Wegen, Ihre Worte anderweitig loszuwerden.

Eine wunderbare Möglichkeit für den Verbrauch von überschüssigen Worten sind Freundinnen. Treffen Sie sich mit anderen Frauen, am besten ohne die Anwesenheit von Männern, und reden Sie bis die Kehle wund ist.

Falls Sie nicht genügend Freundinnen für all ihre überschüssigen Wörter finden, hilft es auch ein wenig zu schreiben. Schreiben Sie Romane, Sachtexte, Internet-Blogs oder was auch immer, Hauptsache es verbraucht viele Worte. Das Aufschreiben von Worten ist zwar nicht ganz so effektiv wie das echte Reden, aber es hilft sehr gut gegen Wortstaus. Und wenn Sie etwas interessantes oder nützliches Schreiben, und andere können es lesen, dann dient es sogar noch einem guten Zweck.

Umgekehrt:

Dass die meisten Frauen täglich viele Worte reden müssen, um sich wohl zu fühlen, wurde auf dieser Seite ja schon ausgiebig erklärt.

Wenn Sie als Mann nicht wissen, wie Sie dem Wortschwall Ihrer Partnerin standhalten sollen, könnten Sie sie einfach reden lassen. Zwischendrin ab und zu ein verständnisvolles "Hm" und vielleicht hier und da eine passende Zwischenfrage, die zeigt, dass Sie zuhören, erfüllt Ihre Partnerin mit Freude und sie wird ihre überschüssigen Worte los.

Wenn Ihre Frau zum Wörter austauschen die Gesellschaft von anderen Frauen sucht, dann lassen Sie sie gewähren, denn so ein Frauentreff hilft Ihrer Frau, sich besser zu fühlen. Setzen Sie sich aber nicht dazu, zumindest nicht die ganze Zeit, denn so ein richtiges Frauengeplauder tut den meisten Männern gar nicht gut, weil die Wortmenge einfach zuviel ist.

Bedenken Sie, dass die enorme Wortfülle Ihrer Partnerin eine ganz normale Erscheinung ist. Viele Worte entsprechen ihrer ureigensten Natur.

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